Welt-Recyclingtag: Recycling von PV-Modulen gewinnt an Bedeutung
Anlässlich des Welt-Recyclingtags am 18. März weist der ZAK darauf hin, dass ausgediente PV-Module gesetzlich zurückgenommen und recycelt werden müssen. Private Anlagenbetreiber können sie kosten-los bei der Greiter Bau und Transport GmbH in Immenstadt abgeben.
Am 18. März ist der internationale Global Recycling Day, zu Deutsch: Welt-Recyclingtag. Der Aktionstag wurde im Jahr 2018 vom Bureau of International Recycling (BIR) ins Leben gerufen, um auf die große Bedeutung der Wiederverwendung von Rohstoffen für den Ressourcen- und Klimaschutz aufmerksam zu machen. Das Landratsamt Oberallgäu nimmt dieses Datum zum Anlass, um angesichts des starken Zubaus von PV-Anlagen im Oberallgäu in den vergangenen Jahren – sowohl auf privaten Hausdächern als auch in der Fläche – über das Recycling von ausgedienten PV-Modulen zu informieren.
Dabei gibt es zunächst eine gute Nachricht: PV-Module haben eine lange Lebensdauer. Sie liegt in der Regel bei rund 20 bis 30 Jahren. Heute hergestellte Module können sogar noch eine etwas längere Nutzungsdauer erreichen. In dieser Zeit liefern die Solarzellen zuverlässig und emissionsfrei Strom – bis Witterungseinflüsse und Verschleiß die Leistung deutlich abfallen lassen.
In der Vergangenheit stellte sich zudem heraus, dass PV-Module langlebiger sind als ursprünglich angenommen. Ging man früher davon aus, dass ein Modul pro Jahr etwa ein Prozent an Leistung verliert, wurde diese Angabe inzwischen auf etwa einen halben Prozentpunkt pro Jahr korrigiert.
Viele der älteren Anlagen, die nach Inkrafttreten des Erneuerbare-Energien-Gesetzes im Jahr 2000 installiert wurden, nähern sich nun dem Ende ihrer Lebensdauer. In naher Zukunft dürften daher zahlreiche Module abgebaut und entsorgt werden. In Deutschland ist die Entsorgung von PV-Modulen, die abfallrechtlich als Elektroschrott gelten, durch das Elektrogesetz (ElektroG) geregelt. Die Hersteller müssen die Module kostenlos zurücknehmen und mindestens zu 80 Prozent recyceln, sofern keine Wiederverwendung möglich ist.
Die Recyclingquote und die Recyclingfähigkeit von PV-Modulen sind dabei erfreulich hoch. Nach Informationen des Umweltbundesamtes liegt die Recyclingquote bei ausgedienten Modulen in Deutschland bei 92,4 Prozent. Diese hohe Quote ist vor allem auf die leicht wiederverwertbaren Hauptbestandteile der Module – Glas und Aluminium – zurückzuführen.
Auch die Bestandteile der eigentlichen Solarzellen wie Silizium, Silber und Kupfer können inzwischen mit neuartigen Verfahren recycelt werden. So hat beispielsweise das Fraunhofer-Center für Silizium-Photovoltaik CSP ein Verfahren zur Rückgewinnung dieser Rohstoffe entwickelt.
Im Oberallgäu stellt der Zweckverband für Abfallwirtschaft Kempten, kurz ZAK, als öffentlich-rechtlicher Entsorger eine Übergabestelle für Elektroaltgeräte bereit. Diese ist bei der Firma Greiter in Immenstadt-Seifen angesiedelt. Dort können, nach vorheriger Anmeldung, PV-Module aus dem Verbandsgebiet des ZAK (Oberallgäu, Kempten, Lindau) kostenfrei abgegeben werden.
Grundsätzlich werden die Module in der jeweiligen Verwertungsanlage ordnungsgemäß zerlegt und soweit nach Materialart wie irgendwie möglich, getrennt. Die Sekundärrohstoffe gehen dann wieder entsprechende Wege.
Weiterführende Informationen zum Thema finden Sie unter diesen Links:
www.zak-kempten.de/entsorgen/pv-module/
www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/erneuerbare-energien/photovoltaik
www.ise.fraunhofer.de/de/geschaeftsfelder/photovoltaik-materialien-zellen-und-module/silizium-solarzellen-und-module/modulrecycling.html
www.reiling.de/photovoltaik-recycling